Innovationsförderung: Neue (Gesamt-)Zahlen

Gerade lese ich in der Pressemitteilung des Wirtschaftsministeriums:

Die deutschen Unternehmen gaben 2007 nach Angaben des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft 43 Milliarden Euro für interne Forschung und Entwicklung (FuE) aus. Das entspricht einer Steigerung gegenüber 2006 um 4,6 Prozent. Damit einher ging ein leichter Anstieg des in den Unternehmen beschäftigten FuE-Personals (Vollzeitäquivalent) um 3.000 auf 315.000. Auch für 2008 und 2009 weisen die vom Stifterverband erhobenen Plandaten der Unternehmen steigende FuE-Aufwendungen aus.

Besonders erfreulich ist das stärker werdende FuE-Engagement kleinerer Unternehmen mit weniger als 500 Beschäftigten. Diese trugen mit einer Steigerung ihrer internen FuE-Aufwendungen um 12 Prozent in 2007 deutlich überproportional zum Gesamtwachstum bei. Gleichwohl ist das FuE Potenzial dieser Unternehmen nach wie vor ausbaufähig; der Anteil dieser Unternehmen an den FuE-Aufwendungen der Wirtschaft liegt bei etwa 1/6.

Neben den Unternehmen sind Bund und Länder die wesentlichen Finanzquellen für FuE in Deutschland. Mit dem kürzlich beschlossenen Bundeshaushalt 2009 wird die Bundesregierung den mit der Hightech-Strategie eingeschlagenen Weg einer stärkeren Förderung von Forschung und Entwicklung fortsetzen. Mit etwa 12 Milliarden Euro wird sie im Vergleich zum Start der Hightech-Strategie im Jahr 2006 gut 1/3 mehr für die Unterstützung von FuE in Deutschland bereitstellen.
Dabei setzt die Bundesregierung neben der Förderung von Spitzentechnologien stärker als in früheren Jahren auf den innovativen Mittelstand.

Der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Michael Glos, erklärt hierzu:
“Der innovative Mittelstand ist nicht nur in unseren Worten, sondern auch in unseren Taten das Herz der deutschen Wirtschaft. Gerade in unsicheren konjunkturellen Zeiten sind wir auf den Mittelstand und seine neuen Produkte und Ideen angewiesen. Deshalb ist Geld für den innovativen Mittelstand gut angelegtes Geld für uns alle.” Als Konsequenz hieraus steigert das BMWi im kommenden Jahr die technologieoffene FuE-Förderung für den innovativen Mittelstand um nochmals fast 90 Millionen auf knapp 670 Millionen Euro, was gegenüber dem Jahr 2006 einer Steigerung um über 60 Prozent entspricht.

Das in diesem Jahr gestartete “Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand” ist trotz der aufkommenden Wirtschaftskrise auf eine riesige Nachfrage gestoßen. Auch dies unterstreicht das weiter vorhandene Steigerungspotenzial des Mittelstandes.
Bundesminister Glos: “Sofern die konjunkturelle Lage und die notwendige Haushaltskonsolidierung es zulassen, werden wir die Förderung des innovativen Mittelstandes weiter ausbauen.”

Soweit also die Situationsbeschreibung in den Zeiten vor der Finanzkrise – dieser Begriff ist gerade “Wort des Jahres 2008” geworden – mit gleichzeitig bekundetem Investitionswillen des Ministers.

Interessant werden die Entwicklungen erst so richtig in der retrospektiven Betrachtung des kommenden Jahres: In wirtschaftlich unsicheren Zeiten wird – entgegen der Ministeraussage – bekanntermaßen deutlich weniger investiert. Davon ebenso betroffen ist üblicherweise der FuE-Etat der Unternehmen.

Neugierig bin ich in jedem Fall auf

  1. antizyklische Investitionen, die geeignet sind, Wettbewerbsvorteile zu erringen und auf
  2. Unternehmer, die (Investitions-)Kosten sparen wollen.

Ein Dilemma!? – Wie denken Sie darüber?

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