Held der (Wissens-)Arbeit

Im Förster manifestiert sich die wahre Leitfigur der Wissensgesellschaft.
(Wolf Lotter)

Förster photo

Die Vermittlung neuer, komplexer Inhalte gelingt leichter, indem der Vermittler zwischen alter und neuer Gedankenwelt sich Metaphern bedient:
Bekannte Sprachbilder dienen dabei als Übersetzer zwischen Bekanntem und Unbekanntem.
Was liegt also näher, als gehirngerecht in Bildern zu kommunizieren, die viele Anknüpfungspunkte bieten. Altes und Neues miteinander verknüpfen und leichter wieder abrufbar im Gedächtnis zu speichern, lautet also die Herausforderung für alle diejenigen, die sich der Wissensvermittlung verschrieben haben.

Dass das nicht nur Lehrenden und anderen nahe liegenden Berufen nützt, dürfte auf der Hand liegen, denn oft genug ist heutzutage jeder im Alltag gefordert, neue Inhalte zu vermitteln und andere Menschen für neue Themen zu interessieren.

Insbesondere Journalisten bedienen sich auch gern (sprach-)bildreicher Rhetorik, um gelesen und günstigstenfalls mit ihren Inhalten weiterempfohlen zu werden.

Um Wissen produktiv zu machen, müssen wir lernen, sowohl den Wald als auch den einzelnen Baum zu sehen. Wir müssen lernen, Zusammenhänge herzustellen.
(Peter Drucker)

Inspiriert durch dieses Zitat bietet Wolf Lotter, Mitbegründer des Wirtschaftsmagazins brand eins, in seinem Leitartikel zum Schwerpunktthema „Komplexität“, ein schönes Beispiel für meine eher abstrakte methodische Beschreibung, indem er Druckers Gedanken und den oben zitierten Leitgedanken metaphorisch vielfältig weiterentwickelt, um seine Thesen zu untermauern.

Der Wald der Informationen wuchs ungeheuer an, die Bäume standen dichter, ihre Zweige verästelten sich immer stärker, das Unterholz wuchs zu, und darunter verflochten sich die Wurzeln miteinander. Der Wald war vor lauter Bäumen bald nicht mehr zu sehen. Wer sich nicht sehr gut in ihm auskannte, also Experte war, für den gab es bald kein Durchkommen mehr.

Den Artikel empfehle ich auch deshalb gern, weil er sich der Komplexität widmet, vor der einige Verantwortliche in Unternehmen nur allzu gern zurückweichen, wenn es darum geht, das eigene Informations- und Wissensmanagement genauer unter die Lupe zu nehmen und professionell weiterzuentwickeln.

Dass dabei ganzheitliches Denken eines guten Försters nützlich sein kann, ist hoffentlich nicht Ihre einzige nützliche Erkenntnis dieser empfohlenen Lektüre.

Stellen Sie sich mutig und verantwortungsbewusst den neuzeitlichen Anforderungen des Informationsdickichts und richten Sie – ganz im Sinne der propagierten Leitfigur – Ihre Sicht sowohl auf das Unterholz als auch auf die Lichtungen.
Entscheidend ist doch das gemeinschaftliche Durchkommen aller in oft unwegsamer Umgebung. Die Entdeckung neuen Heldentums könnte dabei ein motivationaler Mehrwert werden, oder!?

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